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 Betreff des Beitrags: Beseitigung einer Gussnaht von Klarsichtteilen
BeitragVerfasst: 24.02.2016, 13:44 
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Für diesen Beitrag von Paddington dankte: 3 ChriboHesseinselaner
Hier möchte ich euch meinen Weg beschreiben, wie man die lästigen Trennnähte auf Klarsichtteilen entfernt, und wie man
die Klarsichtteile wieder zum glänzen bringt.
Es scheut einen immer wieder an Klarsichtteilen herum zu schleifen, aus Angst diese unbrauchbar zu machen. Deshalb möchte ich euch zeigen wie ich in solchen Fällen
an das Thema herangehe.
Ist sicher keine Musterlösung, aber es führt zum Ziel. Man sollte aber bedenken das dies keine Arbeit ist die in 5 Minuten erledigt ist. Etwas Geduld und Sorgfalt ist
gefragt. Fangen wir an !

Was benötige ich dazu ?
+ Schleifsticks bzw. Nagelfeilen, gibts in jeder gut sortierten Drogerie, in Modellbau Online Shops etc..
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+ Schleifleinen von MicroMesh, erhältlich von Körnung 1500-12000
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+ Schleifpolitur von Tamiya oder Unipol, alternativ tuts auch die gute alte Minzzahnpaste.
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+ Future, oder alternativ Erdal/Emsal Bodenglänzer.
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Hier das Objekt der Begierde, eine Cockpitkanzel einer F-16 Fighting Falcon, 1:48
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Zunächst feile ich quer zur Laufrichtung der Trennaht mit einem feinen Schleifstick über selbige. Verdammt was hab ich getan ?
Alles zerkratzt .... kein Grund zur Unruhe.
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Um diese "Katastrophe" wieder auszubügeln, nehmen wir nächst feineres Werkzeug, ein "extra fine" Schleifstick ist hier die richtige Wahl.
Sieht schon ein klein wenig besser aus.
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Um das ganze weiter zu verfeinern, gehts mit den Politursticks weiter. Ich besitze welche in 3 Stufen. Clean, condition und shine zum
blank polieren. Die teile sind eigentlich für die Bearbeitung von Fingernägeln gedacht, aber auch ideal für den Modellbau. Nummeriert sind die auch schon,
kann man also nix falsch machen.
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So kommen wir der Sache schon näher. Die Trennnaht ist weg, aber dafür sieht man im Gegenlicht immernoch Schatten und einige Kratzer. Was nun? Ist die Kanzel
noch zu retten oder soll man lieber gleich bei Abteilung X anrufen und ein Ersatzteil ordern?
NEIN, Feigheit vorm Feind gibts nicht.
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Am Anfang erwähnte ich Schleifleinen. Das kommt jetzt zum Einsatz, da mich das Ergebnis noch überhaupt nicht begeistert.
Ich verwende für die Klarsichtteile Schleifleinen in Stärke 4000-12000. Damit wird die Cockpithaube schön abgerieben. Ob das jetzt quer in vor- und zurück
Bewegungen passiert, oder wie beim Autopolieren in kreisenden Bewegungen, daran scheiden sich die Geister. Ich persönlich konnte bisher noch keine
Vor- oder Nachteile entdecken.
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So sieht es danach aus. Gut, aber nicht gut genug.
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Also fahren wir etwas stärkeres Geschütz auf.
Die Politur !

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Da ich vergessen habe ein Bild davon zu machen, setze ich an dieser Stelle Bilder von der F-15 Kanzel. Der bisherige Vorgang zur F-16 Kanzel ist identisch.
Verwendet wurde hier die Politur von Tamiya. Von ihr gibt es drei Sorten, coarse fürs grobe, fine und finish. Ich besitze nur fine und finish. Im ersten Gang wird
mit einem weichen Tuch (Brillenputztuch oder ähnliches) etwas Politur aufgenommen, und auf der Kanzel verrieben bis fast nichts mehr davon sichtbar ist.
Anschliessend wird mit einer sauberen unbenutzten Ecke des Tuches die Haube nochmal blank gerieben bis alle Politurrückstände verschwunden sind. Danach folgt
ein Gang mit der "finish" Politur, unter gleicher Anwendung.
Sieht dann so aus:
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Übriggeblieben sind eigentlich nur noch winzige Kratzer.
Um dem ganzen Spuk ein Ende zu bereiten, gibts das Finish mit Future. Alternativ kann man auch den Bodenglänzer von Erdal etc. verwenden,
da Future in Deutschland für die Mengen die man angeboten bekommt, sehr teuer ist. Ich konnte es zum Glück über einen Bekannten beziehen
der Zugang zur US Airbase in Spangdahlem hat.
Hierzu brauchen wir allerdings auch einige Utensilien.
+ Future oder ähnliches
+ Behältnis zum umfüllen. (Den Versuch Future mit der Airbrush auf Klarsichtteile zu sprühen, habe ich noch nicht unternommen)
+ Ein Behältnis zum lagern der in Future getränkten Teile.
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Die Klarsichtkanzel wird einfach in das Future eingelegt, abtropfen lassen und dann staubfrei und luftdicht weggepackt.
Als Lagerort bieten sich z.B. diese Fressboxen vom Chinesen an. Die Dinger sind Gold wert, also nie wegwerfen !
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Ich lasse die Teile nach dem Future Bad ca. 24 Stunden in der Box vor sich hin trocknen. Dann ist das Future ausgehärtet,
die Kanzel glänzt wie neu und kann zum lackieren vorbereitet werden.
Das sieht dann so aus:
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Ich denke das kann man so durchgehen lassen oder?

Sollte meine Erklärung unverständlich sein, hier noch ein paar nützliche YouTube Links, die das ganze nochmal zeigen.

http://www.youtube.com/watch?v=H7yCk8k5Y4Y

http://www.youtube.com/watch?v=pPPhKdC84MQ

Und nun viel Spass beim nachmachen !
Patrick


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 Betreff des Beitrags: Re: Beseitigung einer Gussnaht von Klarsichtteilen
BeitragVerfasst: 24.02.2016, 17:50 
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Danke für das Tutorial! :zustimm:

Ich hatte letztens auch ein Video darüber gesehen, die Sanding Sticks sind echt Klasse!

Ich hab übrigens den englischen Pedant zum Future, das "Klear".

Hier in Verbindung mit dem Thema nochmal der Vergleichstest mit Emsal und Klear:

viewtopic.php?f=19&t=14664

viewtopic.php?f=19&t=14719/url



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 Betreff des Beitrags: Re: Beseitigung einer Gussnaht von Klarsichtteilen
BeitragVerfasst: 18.03.2016, 08:28 
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Danke für die super Anleitung Patrick!!! :zustimm:

Schleifst Du mit den Sticks auch nass oder nur mit dem Schleifleinen?
Versuche das ganze demnächst mal mit meinem F-16-Canopy.



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Schönen Gruß
Jörg

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Space Shuttle Launch Pad STS-135
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