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 Betreff des Beitrags: A380 (Revell 1:144) – Fehler in der Bauanleitung!
BeitragVerfasst: 26.07.2011, 18:11 
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Hallo zusammen,

heute möchte ich Euch meinen A380 "First Flight" von Revell vorstellen und dabei auf einige Fehler in der Bauanleitung hinweisen, die sich durchaus korrigieren lassen, wenn man, wie ich, Wert auf Detailtreue legt und bereit ist, dafür etwas Mehraufwand in Kauf zu nehmen. Und für alle, die sich den A380 noch vornehmen wollen oder gerade mit dem Bau begonnen haben, biete ich Euch weiter hinten einige Hinweise und Tipps zu entsprechenden Bauteilmodifizierungen an.

In einigen Bauberichten ist mitunter schon auf die fehlerhafte Gestaltung der Fahrwerksabdeckungen bei einem Standmodell des A380 hingewiesen worden, die bei der Erstauflage des Revell-Bausatzes offenbar doch etwas „unter die Räder“ gekommen ist und überarbeitet werden müsste. Doch auf meine entsprechenden Hinweise und Vorschläge an Revell habe ich bis heute leider noch keine Antwort bekommen. Das ist in sofern schade, da ja Revell den A380 mittlerweile auch in Lufthansa- und Emirates-Design heraus gebracht hat.
Inzwischen gibt es aber umfangreiches Bildmaterial im Internet, u.a. in http://www.airliners.net sowie diverse ILA-Fotos von Bernd Hesse in diesem Forum, das ich vor Baubeginn ausgewertet habe, aus denen die entsprechenden Details anschaulich ersichtlich sind. Deshalb wollte ich mich mit diesen Fehlern nicht abfinden, zumal sie sich mit vertretbarem Aufwand relativ leicht korrigieren lassen und habe mir dazu etwas einfallen lassen.
Ein weiterer, kleinerer Fehler betrifft ein Detail der Triebwerksgondeln.

Zunächst aber möchte ich Euch meinen A380 im Bild vorstellen, damit Ihr Euch einen Gesamteindruck machen könnt. Ich habe mich für die Variante als Standmodell mit ausgefahrenem Fahrwerk entschieden.

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Für die Lackierung des Rumpfes (TS-26 Weiß) und der Tragflächen habe ich Tamiya-Farben aus der Dose verwendet. Bei den Farbtönen für die Tragflächen habe ich dabei anstelle der von Revell angegebenen aufwendigen Mischfarben F bzw. G die Tamiya-Farben AS-16 (Hellgrau) bzw. AS-18 (Grau) sowie abschließend TS-26 (Klar) verwendet, die für meinen Geschmack den Farbtönen des „First Flight“-Designs recht nahe kommen.

Seinen endgültigen Platz hat mein A380 nunmehr an der Decke in meinem Arbeitszimmer gefunden und befindet sich dort sozusagen im Landeanflug.

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Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit meinem A380, und der Bau hat mir sehr viel Spaß gemacht. Aufgrund der guten Passgenauigkeit der Teile erhält man ein äußerst ansprechendes Modell, das selbst im Maßstab 1:144 mit ca. 55 cm Spannweite und einer Rumpflänge von ca. 50 cm imposante Abmessungen aufweist und dessen Optik durch einen Super-Decalbogen perfekt abgerundet wird. Die gute Passgenauigkeit ermöglicht es, dass die einzelnen Baugruppen wie Rumpf, Tragflächen, Leitwerk und Triebwerke vor der Endmontage komplett fertig gestellt und lackiert werden können.

Nun aber zu den angesprochenen Fehlern in der Revell-Bauanleitung im Detail:

Fahrwerksabdeckungen:

Die Fahrwerksschachtabdeckungen der Hauptfahrwerke im Rumpf (Teile 160A/B, 161A/B) werden beim Landeanflug nach dem Ausfahren wieder geschlossen, wobei nur noch eine geringe Rechtecköffnung unmittelbar um die Fahrwerksbeine herum offen bleibt. Demzufolge ist die in der Bauanleitung gezeigte Montagedarstellung der Abdeckungshälften für ein Standmodell (s. Abb. 49, S. 13) nicht korrekt, bei dem jeweils beide Abdeckungshälften an den Seiten des Fahrwerksschachtes nach unten stehend befestigt sind.

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Hierzu habe ich in einem Forum u.a. folgende Aufnahme gefunden, auf der dieses Fahrwerksdetail deutlich zu sehen ist.

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Demzufolge sollten die Abdeckungen (Teile 160A/B, 161A/B) nicht, wie in der Bauanleitung angegeben, getrennt werden. Vielmehr kann man aus der ungeteilten Abdeckung von der Seite mit der mittleren Aussparung her die erforderliche Rechtecköffnung (ca. 20/18 mm x 6 mm) heraus trennen und damit den Fahrwerksschacht (jeweils nach Einbau des Fahrwerks!) verschließen. Dadurch ist der Fahrwerksschachtkasten nach der Montage letztlich nahezu vollständig abgedeckt, weshalb man sich dessen vorherige Lackierung ersparen kann.

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Die Fahrwerksschachtabdeckungen der Hauptfahrwerke in den Tragflächen (Teile 162/165, s. Abb. 15-18, S. 7-8) sind im Unterschied zum Original einteilig ausgeführt und außerdem etwas zu groß geraten.

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Quelle: lohstoeter.de

Dadurch würden sie zwischen den äußeren Radsätzen und dem Fahrwerksbein zu weit nach unten ragen, was nicht detailgetreu ist. In dieser Form könnten die Abdeckungen beim Einfahren des Fahrwerks den Fahrwerksschacht auch niemals abdecken. Im Original ist diese Abdeckung deshalb zweigeteilt, wobei sich im ausgefahrenen Zustand beide Hälften geringfügig überlappen und beim Schließen so weit verschieben, dass dadurch der Schacht vollflächig abgedeckt wird.

Demzufolge sollten die Abdeckungen (Teile 162/165) etwa in der Mitte horizontal durchtrennt werden. Anschließend sollte die obere Hälfte mit einer Überlappung von ca. 2 mm auf die untere Hälfte der Abdeckung geklebt und dieser Verbund dann am Fahrwerksbein befestigt werden. Damit endet die Abdeckung im montierten Zustand dann etwa 1-2 mm oberhalb der Radsätze, was dem Original sehr nahe kommt.

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Zu den Triebwerksgondeln:

Die Teile 141, die jeweils in die hintere Öffnung der Triebwerke an deren Oberseite eingesteckt werden sollen und die Verbindung zu den Triebwerksgondeln bilden, sind nicht optimal gestaltet. In ihrer bisherigen Form lassen sie sich dadurch einerseits nur schwer montieren, und andererseits stehen sie viel zu weit nach hinten über, wodurch sich kein stufenloser Auslauf zur Triebwerksgondel ergibt, was obendrein auch optisch nicht besonders gut aussieht.

Nach dem Studium von Originalaufnahmen

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Quelle: Scaleworld.de (B. Hesse, ILA 2006)

schlage ich deshalb folgende Modifizierung dieser Teile vor:
In etwas mühevoller Kleinarbeit habe ich die Teile 141 vorn jeweils etwas weiter geschlitzt und die Innenseite durch vorsichtiges Feilen/Schleifen soweit nachgearbeitet, dass sie weiter in das Triebwerkinnere hinein geschoben werden können. Und zwar soweit, dass sich schließlich ein stufenloser Auslauf vom Triebwerkende zur Gondel hin ergibt, der optisch einwandfrei aussieht und mich letztlich zufrieden gestellt hat.

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Noch Fragen?
Viel Spaß bei der weiteren Bastelarbeit! Bild


Zuletzt geändert von roma847 am 04.01.2017, 01:40, insgesamt 3-mal geändert.


_________________
Viele Grüße
Manfred

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Im Bau:
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 Betreff des Beitrags: Re: A380 (Revell 1:144) – Fehler in der Bauanleitung!
BeitragVerfasst: 27.07.2011, 10:52 
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Sehr schöne A380 hast Du da an der Decke hängen!!!!! :zustimm: Da werd ich glatt neidisch!!! :rolleyes:
Toller Lack!

Und vielen Dank für Deine Tipps! Sehr anschaulich und hilfreich erklärt!!!



_________________
Schönen Gruß
Jörg

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 Betreff des Beitrags: Re: A380 (Revell 1:144) – Fehler in der Bauanleitung!
BeitragVerfasst: 27.07.2011, 14:12 

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Hi!
Dein Modell ist sehr gut gelungen!! :respekt:
Bei mir steht demnächst acuh ein weiterer A380 an und ich werde deine Tipps auf jeden Fall mit einbeziehen!



_________________
Gruß,
Felix

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 Betreff des Beitrags: Re: A380 (Revell 1:144) – Fehler in der Bauanleitung!
BeitragVerfasst: 29.08.2011, 01:30 

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Glanzleistung, dein Modell. Ist wirklich toll geworden.

Die gute hab ich auch bei mir liegen. insofern herzlichsten Dank für die prima Erklärungen für eine entsprechende Korrektur. Das hilft enorm weiter.

genau aus solchen gründen liebe ich das medium des Forums von Gleichgesinnten. :respekt: :bindafür:


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