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 Betreff des Beitrags: Anigrand 1/144 German experimental VTOL
BeitragVerfasst: 13.04.2015, 01:43 
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Ich habe vor nicht allzulanger Zeit besagten Kombi-Bausatz für einen ermäßigten, aber immer noch recht stolzen Preis von 70,- EUR erstanden. Da ich vorhabe, ein größeres Diorama mit Museums-Teil in 1/144 zu bauen und ich in meiner Kindheit sehr oft an der Do 31 vor dem Deutschen Museum vorbeiging, ging es mir eigentlich auch nur um die Do 31. Aber die gibt es leider nicht in 1/144 einzeln, also habe ich die anderen Modelle natürlich auch gebaut.

Nachdem es mein erster RESIN-Bausatz ist, bin ich entsprechend vorsichtig an die Sache herangegangen und habe mit dem einfachsten Modell - der Do 29 angefangen. Quasi zum Üben.

Do 29:
Wie man auf dem Bild oben sehen kann, besteht sie aus dem Rumpf (ein Teil), der Fläche (auch ein Teil), den beiden Motorgondeln, Propellern, den beiden Fahrwerken (jeweils komplett ein Teil), dem Höhenleitwerk (zwei Teile) und der Haube. Der Do 29 Bausatz ist relativ präzise verarbeitet und lässt sich schnell zusammenbauen. Ich musste nur ein bisschen am Leitwerk feilen, aber nichts spachteln. Die Propeller bzw. Gondeln haben keine Achse bzw. Bohrung. D.h.: man muss die Propeller einfach an die Gondeln ankleben. Leider sind die beiden Seitenfenster am Rumpf nur angedeutet. Wer es ganz genau haben will, der kann sie ausfräsen, innen grau lackieren und anschließend z.B. mit Micro Kristal Klear befüllen. Nach dem Zusammenbau habe ich das Modell grundiert und in aluminium lackiert. Vorher habe ich noch die Verglasungen mit Color Stop zugekleistert. Das Cockpitinnere habe ich in grau gestrichen und die beiden Pilotensitze schwarz bemalt. Die Reifen und Propeller wurden in schwarz bemalt und anschließend die Decalls angebracht. Die Propellerspitzen wurden gelb bemalt. Das ganze wurde zum Schluß mit Mattlack überzogen. Leider hat mein 3 1/2 jähriger Sohn inzwischen ein Propellerblatt abgebrochen, aber da lässt sich sicher ein neues aus Resin-Resten schnitzen. Inzwischen ist das verlorene Propellerblatt wieder aufgetaucht und angeklept.

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VJ 101C
Nun wurde es schon etwas anspruchsvoller: Auch hier besteht das Modell aus einem Rumpf-Teil. Die beiden Triebwerksgondeln sind ebenfalls jeweils aus einem Teil und können an die Stummelflügel frei drehbar angebracht werden. Per Stift an den Stummelflügeln lassen sie sich in der Lage gut possitionieren. Die "Startposition" der Gondeln ist frei wählbar. Ich habe mich für eine Transitionsposition entschieden (ca. 30-40°). Bei der Montage muss man natürlich auf Synchronität der Gondelpositionen achten. Bis auf das Fahrwerk lässt sich auch hier alles recht leicht und flott zusammenbauen. Allerdings musste ich zwischen Rumpf und Flügel ein bisschen Spachtel schmieren und anschließend verschleifen. Das Fahrwerk wollte leider gar nicht da hin, wo es hin sollte, bis ich schließlich den Kleber wechselte (Pattex Sekundekleber, vorher Tamayia Sekundenkleber, dickflüssig). Inzwischen war mir schon ein Rad abgebrochen. Im Eifer des Gefechts habe ich schließlich das Fahrwerk auch noch verkehrt herum montiert (die richtige Lage hätte ich mal besser vorher im Intrernet recherchieren sollen). Wäre schön gewesen, wenn der Hersteller das irgendwie dokumentiert hätte. Aber dafür steht sie jetzt stabil. Für die Lackierung und Bemalung habe ich dann auch auf das Internet zurückgegriffen. Das Cockpitinnere wurde wieder grau, der Pilotensitz schwarz aber diesmal mit braunem Lederbezug. Außerdem habe ich ein schwarzes Armaturenbrett angedeutet.

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VAK.191B
Nach dem Kleberwechsel war der Zusammenbau des Harriervorgängers wieder etwas einfacher. Glücklicherweise passte zwar das Fahrwerk auf Anhieb und hielt auch da, wo es hin sollte, aber da dieser Flieger ja Stützräder an den Flächenenden hat, sollten möglichst alle vier Räder in einer Ebene liegen, denn sonst "kippelt" der Flieger. Da der Hersteller das Hauptfahrwerk aber offenbar in Schwebeposition - also das Rad nach unten hängend - ausliefert, klappt das mit der Ebene nicht. Ich habe mir damit geholfen, dass ich das Rad des Hauptfahrwerks einfach abbrach und schräg (praktisch eingeknickt) wieder anklebte. Das entspräche auch der tatsächlichen Position am Boden. Jetzt kippelt's zwar immer noch ein bisschen, und es sieht so aus, als würde der Flieger auf dem Hauptzylinder des Fahrwerks stehen, aber wenn der Flieger mal im Diorama steht, sollte das nicht weiter auffallen. Für die Bemalung habe ich auch wieder im Internet recherchiert. Die Decals sind sehr detailiert und teilweise wegen ihrer geringen Größe kaum noch richtig anbringbar. Das Cockpit habe ich wie bei der VJ 101 gestaltet. Auch die Haupttriebwerksauslässe sind wieder frei drehbar, wobei ich mich wieder für die Transitionsposition entschieden habe. Allerdings war hier einiges an feilen notwendig, bis alle vier Düsen in die Aussparungen passten. Sollte man sich beim Fahrwerk für die eingefahrene Postion entscheiden, muss man die Stützräder entsprechend umgestalten und dann in die Flügelenden einkleben (und vorher hoffen, dass sie hineinpassen, denn recht viel feilen kann man da nicht mehr). Am Schluß wurde wieder alles mit mattem Klarlack überzogen.

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Do 31
Hier vorneweg erstmal eine kleine Decall-Kritik: Es gab von der Do 31 lediglich zwei komplette Prototypen: die Do 31 E1 und E3. Die E1 flog horizontal und hatte die Kennung D-9530; die E3 hatte die Kennung D-9531 und startete und landete auch vertikal. Leider wird aber nur die Kennung D-9531 zusammen mit der Aufschrift "Dornier Do 31 E1" als Decal mitgeliefert. Wäre schön, wenn es beide - und dann korrekte - Versionen gäbe.
Der Bau der Do 31 gestaltete sich bereits etwas anspruchsvoller. Der Rumpf besteht aus zwei Teilen, die aber relativ gut zusammen passen. D.h.: man braucht keinen Bleidraht zum passen und fixieren. Vor der Rumpfmontage mußten noch die Bullaugen von innen eingeklebt und danach von außen mit Color Stop verkleistert werden. Die Marschtriebwerksgondeln wurden an die Fläche entsprechend angebarcht. Hier ist positiv zu erwähnen, dass durch ein Nut-und-Feder-Konzept das rechte und linke Triebwerk nicht vertauscht werden können, bzw. in die falsche Richtung zeigen können. Die Hubtriebwerksgondeln passen natürlich nicht auf Anhieb (und können auch vertauscht werden). Hier muss an den Flügelenden entsprechend gefeilt werden. Mir ist dabei leider eine Führung am Flügel abgebrochen, wodurch eine Gondel leicht nach oben verdreht angeklebt wurde (ohne Führung). An den Marschtriebwerken musste ich nach der Montage auch noch etwas feilen und spachteln, aber alles im Rahmen des Erträglichen. Gleiches auch am Übergang zwischen Fläche und Rumpf und besonders zwischen "Messstachel" und Nase. Zum Glück ließ sich das Fahrwerk ohne Probleme (kleine Bohrarbeiten an den Gondeln) einkleben. Und zum Glück ist der fertige Flieger vorlastig - es sind also keine Gewichte (oder eine Stütze) nötig. Zusätzlich zum Kabinendach aus Glas hatte die Do 31 auch je ein Fenster an den Fußenden des Cockpits. Als Kind habe ich da immer hineingeschaut. Hier wurde eines im Modell nur angedeutet und das andere zwar vertieft, aber ohne Glas geliefert (ähnliches Problem, wie bei der Do 29). Entsprechend habe ich das zweite Fenster mit dem Dreml ausgefräst und dann beide nach dem Lackieren und Benmalen mit Micro Kristal Klear befüllt. Lackiert habe ich das Modell wieder in aluminium und entsprechend meiner Internetrecherchen (Marschtriebwerkseinlassrahmen in silber, Teile der Hubtriebwerke in eisen bzw. schwarz, etc.). Die Innenseite der beiden Bodenfenster habe ich in grau gestrichen, ebenso wie das Cockpitinnere. Die Sitze wurden wieder schwarz mit braunem Leder und die Armaturen wurden in schwarz angedeutet.

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Zusammenfassung:
Der Bausatz ist sicher nichts für Anfänger und aus meiner Sicht auch viel zu teuer. Denn für den stolzen Preis von normalerweise 100 EUR erwarte ich ein bisschen mehr Information zum Zusammenbau (Stichwort Fahrwerk), aber v.a. bei der Do 31 etwas mehr Details. Während die VAK 191 (bis auf das Fahrwerk) vorbildlich detailiert gestaltet ist, sind bei der Do 31 nicht nur verdrehte Decals dabei, sondern es fehlen mir auch eine Menge von Stößen am Rumpf und an den Flächen. Die müsste man ggfs. selbst nachritzen, was aber die Gefahr des Brechens der Fläche mit sich birgt. Auch die unsymetrisch gestalteten Fußraumfenster bei der Do 31 gefallen nicht. Die VAK wäre perfekt, wenn man optional die Hubtriebwerke auch im offenen Zustand gestalten könnte (geöffnete Deckel und sichtbare Schaufelräder). Könnte man sich wohl auch irgendwie selber basteln, aber dann wird's richtig anspruchsvoll. Und wie gesagt: für das Geld könnte man das auch erwarten.

So, jetzt aber Schluß mit motzen und dafür erfreuen am Modell :)

Nachtrag (23.01.2016): Ich bin inzwischen am überlegen, ob ich den Bausatz noch mal bestellen soll und dann eine Do 29 in oliv, eine Do 31 als E3 und eine VAK mit selbst gemachten, geöffneten Hubtriebwerken bauen soll, zumal ich inzwischen wieder deutlich fitter im Modellbau und v.a. im Umbau geworden bin. Das würde sich im Museums-Diorama jedenfalls sicher gut machen.


Zuletzt geändert von modelpit am 26.01.2016, 21:07, insgesamt 4-mal geändert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Anigrand 1/144 German experimental VTOL
BeitragVerfasst: 13.04.2015, 15:51 
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Hallo (Name? :gruebel: ) ... modelpit.

Herzlich willkommen hier bei uns im Forum!

Schön, dass du gleich ziemlich exotische Sachen vorstellst, das ist natürlich sehr interessant
und abwechsungsreich.

Die Ergebnisse deines VTOL-Ausflugs sehen gut aus und sicher ein Hingucker in deiner Vitrine,
da recht ungewöhnlich und sicher nicht jedem geläufig.

Uff, ja, was heißt zu teuer?
Eigentlich muss man jedem Hersteller danken, der sich überhaupt mit solch Nischenprodukten beschäftigt,
dann noch speziell deutscher Thematik.
Das ist nun mal ein ganz andere Hausnummer, als wenn man eine F-16, oder einen Airbus A320 raushaut,
den jeder gerne in seiner Sammlung haben will, bei solch Exoten sind die Gewinnspannen sicherlich sehr niedrig
und daher sollte man es akzeptieren, wenn dies den ein, oder anderen Taler mehr kostet,
mit 20-30 Euro kann das niemand überleben.

Modellbau ist eh ein relativ günstiges Hobby, wenn man sich mal im Vergleich dazu andere anschaut,
daher finde ich es ok, wenn man etwas tiefer in den Geldbeutel greifen muss, möchte man mal was ausgefallenes haben.
Allerdings bin ich natürlich bei dir, wenn du dir bessere Informationen und bessere Anleitungen wünschst,
denn derjenige, der das alles entworfen hat, musste sich ja eh damit beschäftigen und könnte den Modellbauer
daran viel besser teilhaben lassen.


Ich hoffe wir sehen noch mehr von dir! :zustimm:



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 Betreff des Beitrags: Re: Anigrand 1/144 German experimental VTOL
BeitragVerfasst: 13.04.2015, 22:38 
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Hallo Hesse,

ja natürlich sind die Exoten aus Resin teurer. Und ich fände den ca. doppelten bis dreifachen Preis zu einem vergleichbaren Bausatz auch absolut gerechtfertigt. Aber in diesem Fall :nixweiss: . Der kostet inzwischen einhundert Euro!! Dafür dürfte er zumindest dem Preis entsprechend detaillierter und authentischer sein. Wenn ich das mit anderen Resin-Bausätzen vergleiche, finde ich den Preis schon ziemlich hoch.

Ich habe neulich nach der Lüdemann Do 31 in 1:72 gefragt, weil sie nicht mehr im Sortiment ist. Die bekomme ich jetzt sogar nochmal gegossen und das ohne Aufpreis :flehan: . Das hätte ich nicht erwartet - vielen Dank Detlef Schorsch !! :flehan: :flehan:



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